Die von der schwarz-roten Bundesregierung im Februar 2006 beschlossene Kürzung der Regionalisierungsmittel bedeutet eine drastische Verschlechterung für den Öffentlichen Personen Nahverkehr im Ruhrgebiet. Ohne das Geld aus Berlin könnte das Nahverkehrsangebot um bis zu 30% gekürzt werden. Folgen wären nicht nur Fahrpreiserhöhungen, sondern auch ein deutlich schlechteres Angebot. Zahlreiche Linien würden entweder viel weniger oder gar nicht mehr fahren. Manche Städte und Kreise werden nur noch mit dem Auto erreichbar sein.
Der VRR hat Szenarien entwickelt, die aufzeigen, welche Strecken bei unterschiedlichen Kürzungen möglicherweise stillgelegt werden müssten.
5 % Szenario
RB 45: Dorsten-Reken – Coesfeld
RB 91: Hagen-Letmathe – Siegen
S2: Recklinghausen – Herne
RB 37: Duisburg Hbf – Duisburg-Entenfang
RB 56: Hagen – Letmathe
RB 43: Dorsten – Wanne-Eickel
RB 52: Dortmund – Lüdenscheid
RE 14: Borken – Dorsten
Im 10 % Szenario kämen dazu die Strecken
RB 43: Dortmund - Wanne-Eickel
RE 57: Dortmund – Fröndenberg – Arnsberg
RB 44: Dorsten – Bottrop
RB 16: Hagen – Letmathe – Siegen
S 9: Haltern – Bottrop
RE 3: Dortmund – Kamen – Hamm
RB 13: Hagen – Schwerte – Unna
Im 20% Szenario wären es zusätzlich
S2: Duisburg – Herne
S2: Essen – Herne
RB 33: Dinslaken – Oberhausen – Duisburg
RE 16: Essen – Wattenscheid – Bochum – Witten – Hagen
RB 40: Essen – Wattenscheid – Bochum – Witten – Hagen
RB 46: Gelsenkirchen – Wanne-Eickel – Bochum
RB 44: Oberhausen – Bottrop
RB 51: Dortmund – Lünen
RE 14: Essen - Dorsten
RB 59: Dortmund – DO-Aplerbeck – Unna
Im 35% Szenario entfallen darüber hinaus folgende Strecken
RB 35: Duisburg – Oberhausen – Wesel
S 3: Essen – Hattingen
RB 53: Dortmund – Schwerte
RE 4: Wuppertal - Hagen – Dortmund
RB 50: Dortmund – Lünen
S9: Langenberg – Wuppertal
RE 3: Gelsenkirchen – Dortmund
"Übersetzt" bedeutet dies, dass z.B. bei einer Kürzung von 20% zwischen Oberhausen und Herne nur noch ein Zug pro Stunde fährt. Auf der Strecke Bochum - Essen fährt die Bahn nur noch halb so oft wie vorher. Das heißt doppelt so viele Fahrgäste pro Zug - in Zügen die jetzt schon oft massiv überfüllt sind. Bei einer Kürzung von 35% werden die Bahnhöfe in Witten und Wetter und Herdecke geschlossen. Zwischen Oberhausen und Duisburg fährt die Bahn nur noch 2x stündlich. Der Kreis Recklinghausen wird fast komplett abgehängt.
Menschen ohne Auto leben dann in weiten Teilen der Ruhrstadt auf dem Abstellgleis!
Bündnis 90/Die Grünen Ruhr kämpfen gegen diese drastischen Kürzungen und setzen sich für den Erhalt eines leistungsfähigen ÖPNV für die Menschen im Ruhrgebiet ein!